LENI - Eine unfassbare Geschichte

Kinder hinterlassen Fingerabdrücke auf der Seele, genau dieses Sprichwort passt zu einer Geschichte aus meinem Praxisalltag. Diese Geschichte dreht sich um ein unfassbar starkes Mädchen, ein kurzes Leben, viele berührte Herzen und über die Qualität eines Lebens - Möge es noch so kurz gewesen sein! Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken.

Wenn ein Kind geboren wird, wird auch eine neue Seele geboren, eine neue Chance für die Welt, ein Mensch der andere durch sein Leben berührt. Auch wenn dieser Mensch nicht mehr auf der Erde existiert, kann er seine Fingerabdrücke in unseren Seelen hinterlassen und uns so begleiten. Ich möchte mit euch diese wundervolle Geschichte eines starken Mädchens teilen. Sie hieß LENI und hat mein Denken verändert.

Wie alles Begann...

Es ist schon ein paar Jahre her, da kam Leni auf die Welt - viel zu früh, klein, zart, verletzlich. Ihre
ersten Monate verbrachte sie auf der Intensivstation der Kinderklinik. Angeschlossen an Monitoren und Infusionen. Umgeben von lieben Menschen, die ihr kleines Leben überwachten. Alles viel ihr schwer: Zu atmen, zu trinken, sich zu bewegen. Ihre Familie war unentwegt bei ihr und bangte um ihr Leben. Sie haben viel Zeit dort verbracht mit beten, bangen und hoffen. Schon nach kurzer Zeit war Leni der Liebling der Station. Man hatte das Gefühl, sie erträgt alle Schwierigkeiten mit einer endlosen Geduld und Zuversicht. Bald war klar, Leni war nicht nur viel zu früh geboren, sie hatte zudem einen Herzfehler und das Down Syndrom. In einer liebevollen Geburtsanzeige in unserer örtlichen Zeitung, brachten Lenis Eltern trotz aller Schwierigkeiten ihre Freude über ihre Geburt zum Ausdruck. Darin erwähnten sie ebenfalls die Herausforderungen, mit denen Leni zu kämpfen hatte. Lange bevor Leni nach Hause konnte, wussten alle in unsere Umgebung von ihrem Schicksal. Man konnte sogar sagen, alle bangten mit ihr und Ihren Eltern.

Als sie zum ersten Mal in meine Praxis kam..

..wurde Leni natürlich gleich im Wartezimmer von meinen anderen Patienten erkannt. Jeder freute sich mit ihren Eltern, dass Leni zu Hause war. Immer noch überwacht am Monitor, ernährt über ihren kleinen Schlauch. Man konnte spüren, das es echte Zuneigung war, die jeder Leni entgegenbrachte.
Jeder Blickkontakt mit ihr war ein Meilenstein, das erste Lächeln ein Regenbogen am Horizont. Leni brachte Freude in die Welt und berührte die Seelen der Menschen, mit nur einem Blick.

Was zählt: Die Länge oder die Qualität der gelebten Zeit?

Zur gleichen Zeit behandelte ich einen älteren Herrn. Ich kannte ihn schon lange. Griesgrämig, mit
der ganzen Welt hadernd, obwohl es ihm von außen betrachtet doch wirklich gut ging. Er nahm nur
beiläufig Leni war. Er sah nicht ihr Lächeln oder andere kleine Wunder die uns das Leben zu bieten hat. Er sah nur sich: Seinen Schmerz, Seine Ängste. Ein ganzes Leben lang hatte er Angst vor dem Sterben. Bei der kleinsten Veränderung an seinem Körper bekam er Panik. Er war gefangen in sich und verschenkte kein Lächeln. Ich behandelte beide: Leni und den älteren Mann zur selben Zeit. Ich konnte die Gegensätze zu beiden Therapiestunden kaum in Worte fassen. In dem einen Moment spürte ich Leben, Hoffnung, Freude (obwohl gerade diese Gefühle schwer zu verbinden waren mit der Situation von Leni) und im anderen war ich wie leer und erschrocken darüber, wie kalt und einsam ein langes Leben sein kann.

Mit einem halben Jahr starb Leni.

Mir wurde klar: Es kommt nicht darauf an, wie lange ein Mensch lebt, sondern wie viel Freude er in die Welt bringt. Leni brachte eine Menge davon mit.  Leni, ich danke dir noch heute dafür, das ich deine Kraft und Power spüren durfte. Du hast in deiner zu kurzen Zeit eine Menge gegeben, viele Herzen berührt und mir wieder bewiesen das jedes Leben, egal wie lang es ist, eine Bedeutung hat!

Nach diesen Eindrücken konnte ich den alten Mann nicht mehr weiter behandeln. Ob er noch lebt?
Viele Jahre sind vergangen und dennoch werde ich von meinen Patienten gefragt: Haben Sie damals nicht die kleine Leni behandelt? Leni bleibt unvergessen und lebt in unseren Herzen weiter.

Wie war das bei Dir? Hast Du auch schon solche Erfahrungen gesammelt? Lass mich gerne davon Wissen. Welche Begegnungen haben Dich auf Deinem weiteren Weg geprägt?

LG

BIRGIT

Sinn und Unsinn von Babygeräten Teil 3


In diesem Beitrag gehen wir auf die Vor- und Nachteile dieser Spielzeuge ein: Mobile, Spielzeug für den Maxicosi, Puzzlematte und den Spielbogen. Welche Anschaffungen machen Sinn, welche Geräte können der Entwicklung schaden und wie kann ich mein Kind bei der Entwicklung Unterstützen. Diese Fragen klären wir in unserem Beitrag. Viel Spaß!

Danke für euer Feedback zu unserem Ersten Artikeln zu diesem Thema. Für alle die ihn verpasst haben hier geht es direkt zum ersten und zweiten Teil. Nachdem wir gemerkt haben, das euch dieses Thema so interessiert, waren wir direkt motiviert weitere Babyproduktmyhten für euch aufzudecken. Hier gibt es die nächsten vier.

1) Mobile


Ein schönes Mobile verzaubert jedes Kinderzimmer. Auch hier ist die Auswahl unüberschaubar. In allen Ausführungen, Materialien, Motiven gibt es sie zu kaufen. Gerade selbstgemachte Mobiles sind schöne Schmuckstücke.

Vorteile des Mobiles:

  • Schmückt jedes Kinderzimmer
  • Fördert die Beobachtungsgabe
  • beruhigt

Nachteile des Mobiles:

  • Motiv ist nur aus der Betrachtungsebene der Mutter/Vater zu erkennen, nicht aus der liegenden Position.
  • Bei Motorbetrieb: die Augen des Kindes können noch nicht der Bewegung des Mobiles folgen. Dies ist erst mit dem Beginn des Krabbelns möglich.
  • Künstliche, scheppernde Klänge können alle nerven
  • In den ersten acht Entwicklungswochen nicht geeignet, Überreizungsgefahr, auch ohne Motor
  • Nur Rückenlage ist möglich

FAZIT: Ein Mobile ganz einfach selbstgemacht, lässt Kinderaugen leuchten: „Feen Tanz“ Kleine Styroporkugeln werden umhüllt mit kleinen, bunten Seidentüchern. Die Kugeln werden mit einem Faden abgebunden. Zwei kleine dünne Hölzer überkreuzen und miteinander befestigen. An die Hölzer die kleinen Feen anhängen und sie im Windhauch tanzen lassen.
Ein Mobile ist zum Betrachten für das Kind. Das Motiv muss aus der Rückenlage erkennbar sein.

2) Hängendes Spielzeug über der Autositzschale



Kaum ein Maxi Cosi ist ohne diesen begleiter in meiner Praxis. Sie sehen schön aus und man möchte dass es seinen kleinen Lieblingen auch während der Autofahrt möglichst gut geht. Aber hilft dieses Spielzeug dabei?

Vorteil des hängendes Speilzeugs:

  • Sieht nett aus, jede Babyschale wird individuell

Nachteil des hängendes Speilzeugs:

  • Baumeln während der Autofahrt vor den Augen des Kindes.
  • Überreizung.
  • Kann das sich bewegende Spielzeug mit den Augen nicht fixieren.

FAZIT: Besser ist es das Spielzeug seitlich am Tragehenkel nach unten zu schieben, so dass das Spielzeug auf den Beinen des Kindes liegt. Das Kind kommt meist zufällig, später gewollt an das Spielzeug und kann damit Spielen.

3) Puzzlematte


Große Puzzleteile aus Kunststoff, meist mit herausnehmbaren bunten Zahlen. Mehrere Teile ergeben einen Puzzleteppich für den Boden. Der Puzzleteppich wird meist als Spielunterlage für die Krabbeldecke benützt und als Bewegungsanreiz für die Fortbewegung.

Vorteile der Puzzlematte:

  • Geeignet als Liegeunterlage bei Stein-, Fliesen-, Parkett-, Linoleumböden.
  • Schütz von unten gegen Kälte.
  • Günstig.

Nachteile der Puzzlematte:

  • Aus Weichkunststoff, umweltbelastend bei der Entsorgung.
  • Kleine Teile können herausfallen, abbrechen, heraus gekratzt und verschluckt werden.
  • Aufräumen, stapeln oder an einem anderen Platz aufbauen ist zeitintensiv.
  • Teile rutschen auf glatten Böden, Unfallgefahr für Erwachsene oder laufende Kleinkinder
  • Puzzleteile haben in sich Spiel, dadurch gibt es dem Kind bei dem Erlernen des Krabbelns wenig Sicherheit. Wenn der Untergrund sich bewegt, wird das Kind nicht in eine Fortbewegung gehen.

FAZIT: Trotz, dass die Teile günstig in der Anschaffung sind und anscheinend dem Kind als Unterlage zum Krabbeln lernen dienen sollen, bin ich eher der Ansicht, dass man auf die Puzzleteile verzichten sollte.

Besser ist von Anfang an eine aufrollbare große Gymnastikmatte:


In der Anschaffung ist sie deutlich teurer als die Puzzleteile, hat aber den Vorteil, dass


  • leichter zum Aufräumen, da zum Zusammenrollen,
  • da fest in sich, das Krabbeln leichter wird; wenn oben es sich bewegt, muss es unten stabil sein,
  • Dämmung dicker ist.
  • später Kleinkinder auf der Terrasse oder auf dem Rasen mit ihren Bausteinen spielen können.
  • Teenager die Gymnastikmatte mit ins Zeltlager nehmen.
  • Mama ihre Bauchmuskel und den Beckenboden trainiert.
  • Papa die Hanteln stemmt :).

4) Spielbogen


Er fehlt in keiner Babyausstattung, der Spielbogen. Es gibt ihn in verschiedenen Ausführungen, Holz, Plastik, ein bogig, mehr bogig, mit und ohne Motor, befestigt an einer Spieldecke, an einer Wippe oder freistehend. Am Spielbogen sind verschiedene Spielutensilien aus verschiedenen Materialien befestigt wie Spiegel, Tierchen, Bälle u.v.m.

Auch, wenn er häufig genützt wird, so sollten wir dennoch seinen Sinn überprüfen:
Es ergibt keinen Sinn, einen Spielbogen in der Neugeborenenzeit (erste 6 Wochen) zu verwenden. 

Die Augen sind noch nicht so weit entwickelt, dass das Kind das hängende Spielzeug fixieren könnte. Eine Reizüberflutung, mit viel Geschrei, wäre die Antwort darauf.
Erst mit der achten Entwicklungswoche kann das Kind seinen Kopf in der Körpermitte halten und Spielzeug fixieren und betrachten. Nur ist da das Problem, dass das Kind in dieser Zeit weitsichtig wird und das Gebaumelte über seinen Augen nicht erkennen kann, da es zu tief hängt. Greifen geht in dieser Zeit noch nicht, da der Greifreflex noch nicht vorhanden ist.

Sinn ergibt sich erst mit dem beginnenden Greifalter (vierten Entwicklungsmonat). 
Häufig hängt das Spielzeug in der Mitte des Spielbogens direkt über den Augen. Das Kind ist weitsichtig bis meistens zum achten Entwicklungsmonat. Es überstreckt seine Wirbelsäule, um das Spielzeug zu erkennen. Erst mit dem Greifen aus der Mitte (fünfter Entwicklungsmonat) kann ein Spielzeug aus der Mitte ergriffen werden.

Der richtige Zeitpunkt und der richtige Umgang mit dem Spielbogen sind deshalb wichtig.

Vorteile des Spielbogens:

  • Einsatz ab der achten Entwicklungswoche
  • Selbstständiges Spielen und betrachten
  • Aktive Bauchmuskelarbeit: über dem Bauch aufgestellt, wird das Kind motiviert, seine Beine von der Unterlage abzuheben und an das Spielzeug mit den Füßchen zu gelangen. 

Nachteil des Spielbogens:

  • Nur Rückenlage ist möglich
  • Spielzeug kann nicht von einer in die andere Hand gereicht werden und gelangt zum besseren Verständnis auch kaum in den Mund.
  • Überreizung durch batteriebetriebenes Spielzeug, evtl. noch künstliche „Musik“.
  • Zu viel Spielzeug hängt am Bogen.
  • Überstreckung, durch zu nah über den Augen hängendes Spielzeug, daraus folgt meistens ein
  • Rückwertschieben auf dem Rücken, dies gilt als entwicklungshemmend
  • Fortbewegung Drehen, Robben, Krabbeln wird nicht ermöglicht.
  • Schlagen nach Spielzeug wird gefördert, anstatt das aktive Zugreifen

FAZIT: Ein Spielbogen ist genauso spannend für das Kind, wie für uns ein spannender Krimi. Um keine Überreizung zu provozieren, sollten die Spieldauer und die Anzahl der hängenden Teile begrenzt sein. Ein Spielbogen kann Freude bereiten, er kann aber auch entwicklungshemmend wirken.

Hilfreiche Links und mehr Input zu dem Thema:

In meinem Buch: Babys in Bewegung: Spielerisch bis zum ersten Schritt findest du viel Wissen und Vorschläge über die Entwicklung der Babys, sowie die Förderung der einzelnen Meilensteine.


Danke für euer Feedback zu dem Thema. Gebt uns noch mehr Input. Welche Themen interessieren euch noch? Welche Erfahrungen habt ihr mit den Babygeräten?

LG 

BIRGIT