Ist Einschlafstillen schlimm?


Hallo liebes Team von BIB,

Ich bin zum ersten mal Mutter und meine Tochter (jetzt sechs Monate alt) hat am Anfang sehr viel geweint und ließ sich nur mit der Brust beruhigen. Auch einschlafen kann sie nur mit dem stillen oder im Tragetuch. Ich habe mir darüber nicht so viele Gedanken gemacht und dachte: Meine kleine Maus benötigt das vielleicht einfach.

Jetzt tausche ich mich viel mit den anderen Mamas in PEKIP aus und werde regelrecht verachtet dafür, das ich noch "Einschlafstillen" praktiziere. Ich meine natürlich wäre es schön, wenn mein Kind einschlafen würde, wenn ich sie ins Bett lege (von ganz alleine(. Allerdings habe ich das schon öfters probiert und nach vielen Tränenreichen Minuten habe ich aufgegeben und sie wieder gestillt.

Manche Geschichten machen mir mittlerweile wirklich Angst. z.B:

"Meine Freundin stillt Ihr Kind immer noch zum Einschlafen und das ist bereits 2, anders schläft das kleine gar nicht ein"

Das möchte ich natürlich nicht. Ich freue mich auf meine langsam wiederkehrende Freiheit, dennoch will ich meiner Tochter geben was sie benötigt. Ich weiß nicht recht weiter?

LG

Laura



Birgit Kienzle-Müller antwortet:

Liebe Laura,

Kinder müssen das Schlafen erst lernen. Die wenigsten Kinder schlafen von Anfang an gleich im Bettchen ein ohne Regulation von außen (z.B Stillen, Hand halten usw.). Wie bei allem hat auch hier jedes Baby ganz individuelle Bedürfnisse nach Nähe und benötigt manchmal einfach die Mama zur Selbstregulation.

Als die Kleinen noch im Bauch waren, wurden sie über den Tag hinweg geschaukelt und bewegt. Sie kommen also genau durch viel Bewegung und Körperkontakt in den Schlaf.
Das in den Schlaf hineinstillen, beruhigt in den ersten Wochen, gibt der Mutter Sicherheit und stärkt die Bindung. Wenn Du Dich mit dem Einschlafstillen wohl fühlst, gibt es keinen Grund daran etwas zu ändern. Denn ihr zwei schreibt eure eigenen Regeln in eurer Mutter-Kind Beziehung. Möchte die Mutter das Kind zum Einschlafen nicht mehr stillen, dann wird das Kind dies akzeptieren und braucht dann diese Einschlafzeremonie nicht mehr. Hier ein paar Tipps, falls du an deiner Abendroutine etwas verändern möchtest:

  • Legt man das Kind aus der Tiefschlafphase ab in sein Bett, erwacht es recht schnell daraus. Die Unterlage fühlt sich für das Kind kalt an oder auch hart, es liegt ausgestreckt. Dies nimmt das Kind im Unterbewusstsein wahr und erwacht. 
  • Ungünstig ist es, wenn das Kind woanders aufwacht, als es zuvor eingeschlafen ist, dies wirkt irritierend auf das Kind. Im Halbwachzustand ins Bettchen ist sinnvoller als tief schlafend. Zuerst auf die Seite legen und die Hand auf dem kleinen Körper belassen, so findet das Kind besser in den Schlaf, da die frühkindlichen Massenbewegungen, wie z.B. der Mororeflex, nicht den Schlaf stören kann. So bald das Kind schläft, wird es langsam auf den Rücken zurückgelegt. 
  • Bei vielen meiner Patienten hat es sehr gut geholfen ein Spucktuch mehrere Tage im eigenen Bett zu belassen, damit es den Duft der Eltern annimmt. Dann ans Bettchen hängen oder wenn das Kind schon danach greifen kann, daran riechen lassen beim Einschlafen und an die Wange halten. 
  • Einschlafen am Tag durch Bewegung in der Hängematte ist super (Erfahrung der Eltern).
  • Nachts versuchen dem Kind Wasser anstatt der Brust anzubieten.
  • Man kann auch versuchen ein Kuscheltier anzubieten.


Zu Bedenken: schläft das Kind auf dem Arm ein, kann unser Arm den Nacken des Kindes verspannen. Dies kennen wir, wenn wir selbst im Arm unseres Partners einschlafen, danach ist der Nacken steif.

Wie war das bei Dir? Hast Du noch Tipps für unsere Community? Immer her damit! :)

Liebe Grüße
Birgit

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