Hilfe mein Kind ist schief? - Was Du bei Asymmetrie für Dein Kind tun kannst


Am häufigsten begegne ich in meinem Praxisalltag Kindern mit Asymmetrie. In diesem Post möchte ich Dir erklären woher diese kommt, was Du dagegen tun kannst und warum wir alle Asymmetrisch sind. Viel Spaß dabei!

Wie kann ich an meinem Kind eine Asymmetrie erkennen?

Anhand dieser Anzeichen kannst Du gut Abschätzen, ob bei deinem Kind eine Asymmetrie vorliegt:
  • Flacher Hinterkopf
  • Einseitig verschobener Hinterkopf:
    • Stirn nach vorne – gleiche Seite am Hinterkopf nach vorne geschoben,
    • ein Auge wirkt groß, das andere klein
    • Wange deutlich größer
    • Ohren verschoben
    • Mund nicht symmetrisch
    • Kopf dreht einseitig zur Seite und neigt zur Gegenüberliegenden Seite – M. sterno claido mastoideus
    • Rumpf folgt dem Kopf, er wölbt sich konvex zur Gesichtsseite
    • Becken steht schief: daran zu erkennen, dass die Knie in unterschiedlicher Höhe liegen

Wie entsteht eine Asymmetrie?

  • Schon im Mutterleib, durch schnelle Positionierung im unteren Becken
  • Steckenbleiben während dem Geburtsvorgang
  • Überstreckung während dem Geburtsvorgang
  • Einblutung in den seitlichen Halsmuskel (M. sterno claido mastoideus)
  • Kaiserschnitt
  • Saugglocke
  • Einseitige Lagerung in den ersten 12 Wochen nach der Geburt
  • Syndrome (z.B. Down Syndrom), Stoffwechselerkrankungen
  • Störung im zentralen Nervensystem

Die Asymmetrie wird durch eine Blockade ausgelöst, d.h. die Faszien (Bindegewebe) ziehen sich in den Bereich des oberes Kopfgelenks zusammen und halent dieses in einer ungünstigen Position fest. Es entsteht eine Einseitigkeit. Genauso kann es passieren, dass die Schädelbasis sich durch den Geburtsverlauf verschoben hat.

Was kannst Du als Mutter tun?

Am besten besorgst Du Dir ein Rezept von Deinem Kinderarzt und lässt Dich von einem Profi unterstützen. allerdings habe ich einige Tipps, wie Du hier liebevoll  unterstützen kannst:

Behandlungsort: Tisch mit Gymnastikmatte ausgelegt und großes Stillkissen herum
Test: Kopf anheben – Spannung im Nacken
Lagerung: Handtuch unter den Beinen – Entspannung der vorderen Muskelkette
  • Instabile Seitenlage
  • Babymassage
  • Aufnehmen aus Bauchlage
  • Fliegergriff
  • Mit Blick nach vorne tragen
  • Regelmäßiges Umlagern: Seitenlage/Bauchlage/Rückenlage – wie ein Pfannenkuchen
Hier findest Du einen Beitrag von uns zu dem Thema Lagerung!

  • Kein Einschlafen lassen auf dem Arm
  • Stillen mit Stillkissen
  • Fläschchen aus der Schoßbehandlung
  • Schlafen mit Baby Dorm (unter dem Spannbetttuch)
  • Handtuchrolle 
  • Autositz mit Handtuch seitlich oder Necky Drive
  • Bauchlage üben

Hier findest Du unser Video, mit vielen Anreizen um die Bauchlage der Kleinen spielerisch zu fördern. 


Am besten kommst du voran...

in dem Du die Griffe aus den Techniken der Osteopathie, Manueller Therapie oder Bobath-Therapie anwendest. Hierzu kannst Du in unserem Shop in kürze ein Video erwerben. Damit kannst Du Deinen kleinen Schatz zusätzlich unterstützen.

Wenn Du mehr Informationen dazu haben möchtest oder eine Information, sobald unser Video verfügbar ist, schreib uns gern an: hello@babysinbewegung.de

Ab wann wird ein Helm notwendig?

Wenn wir in der Physiotherapie und der Atlastherapie nicht weiterkommen, gibt es die Möglichkeit einer Helmtherapie. In den meisten Unikliniken befindet sich eine Helmsprechstunde. Mit einer Überweisung des Kinderarztes meldet man sich dort an. Der Kopf wird ausgemessen und dreidimensional mit 24 Kameras zur gleichen Zeit fotografiert. Am Computer wird das Bild ausgewertet. Beträgt der Unterschied der Kopfdiagonalen mehr als 1,5 cm so ist die Indikation für einen Helm gegeben. Unter einem cm Unterschied ist Norm. Von 1, 5 bis 1 cm ist eine Kann Möglichkeit für die Indikation eines Helms. Der Helm ist keine Kassenleistung und kostet für die Eltern ca. 1600 - 2500 €. Er wird 23 Stunden am Tag und ca. 8 Wochen bis zu einem halben Jahr getragen. Das Ergebnis ist in allem mir bekannten Fällen immer super ausgefallen.
Mehr Informationen zur Helmtherapie, erhälst Du hier.

Welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten gibt es noch?

Vojta, Reflexlokomotion: Wird von Physiotherapeuten mit Zusatzausbildung der Vojta-
Therapie für Kinder angewandt, hierbei werden die Eltern in der Therapie eingewiesen.
Die Eltern führen die Therapie 3 – 4 mal am Tag selbständig durch. Diese Therapiemethode ist sehr effektiv. Allerdings auch sehr anstrengend für die Kinder. Dies kann durch laute Äußerung des Kindes kundgetan werden. diese Therapie ist eine Kassenleistung.

Atlas-Therapie nach Arlen und Gutmann: Wird von ausgebildeten Ärzten angewandt.
Ein Impuls wird mit dem Finger auf die entsprechende Faszie gegeben. Reflektorisch
tritt eine Entspannung des Muskels ein. Keine Kassenleistung. Bei der Technik nach
Gutmann wird vor dem Impuls noch eine Röntgenaufnahme gemacht.


Wie war das bei Dir? Hast Du mit Deinem baby eine Asymmetrie erlebt? Wenn ja was hat euch geholfen? 

LG

BIRGIT

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