Die kindliche Entwicklung im ersten Lebensjahr Quartal 1+2



1. Abschnitt Neugeboren bis dritter Monat

Ankommen in der Familie.
Willkommen in dieser Welt du kleines bezauberndes Menschenkind.
Mit der Geburt eines Kindes verändert sich so einiges: aus einem Paar wird eine junge Familie
und der zuvor geregelte Alltag wird völlig auf den Kopf gestellt. Nichts ist mehr, wie es vorher
war. Die Bedürfnisse des Kindes stehen nun im Vordergrund. Der Hunger muss gestillt werden,
das Kind will gewickelt sein, es möchte schlafen und möchte in die Augen seiner Eltern sehen.
Sein Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit ist groß und unersättlich. Genießen Sie die Zeit
der Überraschungen. Jetzt beginnt die spannende Zeit des Kennenlernens und des
gegenseitigen Verstehens.


„Schau, was ich schon kann!“

Grobmotorik:
Blickkontakt und Neugierde sind der Start in die Bewegungsentwicklung.
Die Bewegungen des Säuglings sind am Anfang noch Massenbewegungen und reflexgesteuert.
Es liegt noch asymmetrisch auf der Unterlage. Aus der Bauch- und Rückenlage, kann es seinen
Kopf schon bewusst wenden. Je älter das Kind wird, umso mehr können die Beine in
Rückenlage von der Unterlage abgehoben werden und in Bauchlage kann es seinen Kopf
immer mehr kontrollieren. Zaghaft fängt es mit dem Strampeln an.
Ohne Neugierde keine Aufrichtung. Ein interessanter Gegenstand wird mit den Augen fixiert
und das Kind kann sich in der Bauchlage gegen die Schwerkraft immer mehr behaupten.

Tipp:
Ein plötzlicher Bewegungssturm kann zu schweren Stürzen vom Sofa oder vom Wickeltisch
führen. Aus diesem Grund lassen Sie ihr Kind nie alleine liegen. Eine Hand bleibt immer auf
dem Kind.

Feinmotorik:
Die Hände sind noch fest geschlossen. Zu Beginn ist der Daumen eingeschlagen. Recht bald ist
die Hand halb geöffnet und er Daumen ist außerhalb der Hand. Die Hände, die Finger berühren
sich vorsichtig vor dem Körper und schon bald finden die Finger in den Mund. Die Finger
ertasten den Mund, die Zunge ertastet die Finger. Der noch vorherrschende Greifreflex lässt deutlich nach.



Gehirnentwicklung:
Der Säugling hält für kürzere Zeit Blickkontakt. Nach einigen Wochen schenkt es Ihnen sein
erstes bewusstes Lächeln. Spielzeug, meist gelb mit schwarzen Streifen oder auch mal ganz in
Rot, wird mit den Augen verfolgt.

Sprache:
Alle Kinder auf der Welt haben zu Beginn ihrer Lautenwicklung, die gleiche Silbenbildung. Es
lautiert mit Kehllauten „ach“ und „ech“. Es variiert sein Weinen in Ton- und Lautstärke.

Sozialverhalten:
Der Säugling nimmt deutlich Kontakt zu seiner Umwelt auf. Es reagiert auf die Berührung seiner
Haut, auf Veränderung des Gleichgewichts und auf Licht- und Geräusche mit Bewegung.

Tipp:
Tragen, wiegen, schaukeln, streicheln, kuscheln, massieren und liebkosen Sie Ihr Kind. So
lernt es sich selbst und Sie bewusst kennen.


2. Abschnitt: vierter Monat – sechster Monat


Die Welt Be-greifen

Das Kind entdeckt seine Hände. Vom „Seeigel zum Seestern: die anfänglich geschlossene
Hand öffnet sich immer mehr bis sie ganz geöffnet ist. Nun betrachtet das Kind seine Hände,
seine Finger, dreht und wendet diese und lauscht dabei hingebungsvoll seiner eigenen Stimme.
Nun kann auch Spielzeug, welches gereicht wird, ergriffen und mit dem Mund erkundet werden.
Das Kind entdeckt seinen Körper, greift zum Bauch, ergreift seine Hände und steckt diese in
den Mund. In der Bauchlage stützt sich das Kind mit seinen Unterarmen ab und entdeckt seine
Welt.

„Schau, was ich schon kann!“

Grobmotorik:
Greifen, Fühlen und Erkunden spielen in dieser Zeit eine große Rolle. Neue Erfahrungen macht
das Kind. Das Kind kann sich in Bauchlage gut auf seinen Unterarmen abstützen und kann
dabei mit einer Hand nach vorne zu einem Spielzeug greifen. Durch das Drehen vom Rücken
auf die Seite bahnt sich die Drehbewegung auf den Bauch an.

Feinmotorik:
Der Greifreflex ist erloschen, dies ist die Voraussetzung für das Be-greifen. Die Hände sind
vollständig geöffnet. Mit den Händen begreift das Kind seine Umwelt. Alles was in seiner Nähe
liegt wird mit den Händen und dem Mund erkundet. Das Kind greift in Rückenlage nach einem
Spielzeug, welches ihm von der Seite und später aus der Körpermitte gereicht wird. Das
Spielzeug wird genau in der Hand betrachtet, in die andere Hand übergeben und in den Mund
gesteckt. Die Hände greifen zueinander. Die Hand-Hand- und die Hand-Mund-Koordination ist
ausgereift. Mit seinen Händen kommt es ebenso zum Bauch und zu den Oberschenkeln. Auch
aus der Bauchlage erreicht das Kind mit seinem ausgestreckten Arm nun das vor ihm liegende
Spielzeug.

Gehirnentwicklung:
Mit dem Mund wird das Spielzeug erkundet, welches in den Händen gehalten wird. So erhält
das Kind eine Vorstellung über deren Form, Beschaffenheit, Geruch und Geschmack. Auf diese
Erinnerungen greift das Kind ein Leben lang zurück.

Sprache:
Es formt Lippenverschlusslaute, wie „mm“ oder „bb“ und Blasenlaute „w“. Das Kind juchzt und
lacht stimmhaft.

Sozialverhalten:
An seiner Mimik kann man gut erkennen, wie es auf vertraute, sowie auf unbekannte Gesichter
reagiert. Mit den Augen sucht das Kind den Blickkontakt zu bekannten Personen und lacht sie
an. Auf unbekannte Personen verhält sich das Kind zurückhaltend. Am Ton kann das Kind die
Stimmungslage seiner Eltern erfassen und reagiert darauf. Das Kind belohnt jedes liebe Wort
und liebe Geste mit einem Lächeln.

Tipp: Ist das Kind wach, dann legen Sie Ihr Kind häufig auf den Bauch. So kräftigt es seine Bauch-
und Rückenmuskeln. Es bekommt Kraft, um sich hoch zu drücken und später sich nach vorne
zu schieben.

Wie war für dich die erste Zeit mit dem Baby? Hast du einen meiner Tipps ausprobiert? Lass es mich gerne Wissen und stell mir deine Fragen über die Kommentarfunktion.


Hier findest du den weiterführenden Artikel:
Die kindliche Entwicklung im ersten Lebensjahr Quartal 3+4


LG

BIRGIT

Keine Kommentare

Kommentar veröffentlichen